
Da geht man so dir nichts, mir nichts an einem warmen, sonnigen Sonntag in die Stadt und will an den Rhein, um sich zu sonnen, was zu essen, etc... und wo landet man? In einem wahren Albtraum der Armseligkeit.
Feiert sich doch Dicke-Hose-Dorf aka Düsseldorf gerne selber mit seinem kosmopolitischen Großstadtflair, seiner Kö, seiner Die längste Theke der Welt und mit den Messen, die Akzente setzen sollen. Ja, den geflifteten Hackfressen fliegen die Euros nur so aus dem Arsch. Verbringt man mal eine Stunde an der Rheinuferpromenade, hat man nicht den Eindruck, dass die Menschen sich wohl fühlen, sondern sie hocken da, mit ihren Markenklamotten und Markensonnenbrillen von französichen und italienischen Herstellern, als würden sie auf eine große Show oder auf einen Zug warten. Sehen und gesehen werden. Individualität und Persönlichkeit scheint es in dieser Stadt jedenfalls nicht zu geben, mal abgesehen von leckeren Altbier...
Aber zurück zu meinem Sonntag. Je nachdem, von welcher Ecke man kommt, passiert man die Königsallee, um zum Rhein zu gelangen. Straßensperren durch die Polizei und da kommen sie schon... Der "Umzug" des Düsseldorfer CSD 2009 oder sollte ich lieber schreiben "Die ungeliebten Kuckuckskinder der Landesauptstadt von NRW"? Abegesehen von der Polizei, fand man nicht wirklich Menschen des öffentlichen Lebens oder Zeichen von Unterstützung. Auch die Blicke der Bevölkerung, waren eher mitleidiges Belächeln, Anwiderung, etc... Ein klein wenig Bewunderung, Sympathie oder Unterstützung... Fehlanzeige.
Aber wie auch. Ausser mies ausgesteuerte Musik, ein paar Wagen, beispielsweise von der angesagten Bar "Seitensprung", die alle Schwuppen ja so toll finden, eingewickelt in schwarzen Plastik, die den Eindruck vermittelte, es sei in schwarze, große Müllsäcke gewickelt, mit einem diletantischen Schriftzug drauf.
Fußgruppen von diversen Vereinen u. A. der einer schwul-lesbischen Tanzvereinigung. Was die da zur Musik fabrizierten, kann man nicht mal im Ansatz eine Choreographie nennen. Mit Balztanz hatte das auch wenig zu tun. Es war eher fremdpeinlich, denn wenn man nicht mal gerade eine Drehung um die eigene Achse hinbekommt, sondern eher aussieht wie virtuelles Mensch-ärgere-Dich-nicht, wo geräde die Läufer gekickt werden, möchte man lieber gar nicht tanzen lernen.
Ein paar abgehalfterte Transvestiten, die einen erbärmlichen Look-a-like auf Hape Kerkelings Königin Beatrix machte und sich in einer Rikshah ziehen ließ und eine Rubens"frau", die die Kö vertreten sollte, tja das war es dann auch. Nicht sonderlich erwähnenswert sind mal wieder die Fetischisten, die bei gefühlten 30 Grad sich in ihren Latexsuits geschmissen haben und mit Atemdepressionsmasken rumliefen und ihre abnorme Sexualität zur Schau stellen mussten. Wahljahr 2009 liefen auch ein paar Bündnis90/Die Grünen darum, sowie eine Handvoll No-Names von Den Linken.
Um ein paar Stimmen zu bekommen, paktiert man schnell mal mit der Rosa- und Lavendelwelt... Ob das Schmollmündchen Gysi mit mir schläft, wenn ich ihm meine Wahlstimme verspreche...??? Oder die Frau Roth meinen Schritt massiert...???
Na gut, nach gefühlter 1 Stunde in der Hitze stehen, wurde die Blockade recht unspektakulär aufgehoben und die Kö war binnen weniger Sekunden das, was sie sonst auch ist. Eine Flaniermeile mit Bonzenkarren.
An der Altstadt vorbei, Richtung Landtag/Fernsehturm, wo sich die Emos treffen... Schnell noch ein Fischbrötchen vom Gosch-Sylt und endlich in der Sonne relaxen...
Geschissen!
Die Stadt Düsseldorf, in ihrer Genialität und Intoleranz und vermutlich um den schönen Schein zu bewahren, haben dann das anschließende Fest der gleichgeschlechtlichen Liebe an den äussersten Winkel der Stadt verfrachtet. Also dachte ich mir, geh ich mal gucken und kaufe mir noch was zu trinken. Ein paar fliegende Händler, die ihren überteuerten Modeschmuck feilbieten, ein paar Bierbuden und das war es dann auch wieder... ach nee, da war ja noch ne Bühne, der größe von 3 Dixie-Scheißhäusern mit einem DJ, der Technikprobleme hatte und ein Mikrophon, in dem das UFO von ET wohnte.
Tja... dann stehe ich da, trinke ein Altbier und bin umgeben von alten Männern und stellte mir mental die Frage, warum sich immer die Menschen ausziehen müssen, die es sich am wenigsten leisten können? Muss man sich wirklich mit geschätzen 60 Jahren in einer Leder-Hotpant darstellen und einem Rücken, der so haarig ist, dass es wirklich keinen Zweifel gibt, dass der Mensch vom Affen abstammt und einige dieser Spezie sich offensichtlich auch nicht weiterentwickelt haben...
Entsetzlicherweise wurde ich dann wieder von hinten von dem Umzug überrascht, wie man dann auch später erfuhr, 2 Wagen abhanden gekommen sind... wo sie am Ende waren, weiß vermutlich bis heute keiner... Vielleicht war es denen doch zu peinlich und haben schnell die Auffahrt zur Oberkassler Brücke genommen und sind auf Nimmer-Wiedersehen, verschwunden. Witzig fand ich, dass ein Junge vor mir sagte: "Sieht man den Zug 2 mal, ist er so lang wie der Kölner Zug...LOOL!
Naja, mit in der Sonne liegen und chillen wurde es dann nichts, denn die mies ausgesteuerte Anlage dröhnte Lady Gaga und Co, dass man nach ca. 10 Minuten Kopfschmerzen hatte und so fuhr ich nach Hause und machte es mir auf dem Balkon gemütlich, um dann später die Radiosendung von PapaMadness bei dem Sender zu hören, wo ich als Moderator ebenfalls sende.
Zuhause ist es eben doch am schönsten.
Wer jetzt denkt, ich hätte was gegen Homosexuelle, der irrt sich gewaltig. Wer durch den Blog wandert, wird das eine oder andere Video finden, wo auch ich mit einem Jungen küsse oder sonstigen Unsinn mitmache... Aber wenn man Toleranz erwartet mit Achtung und Anerkennung, sollte es professioneller gemacht werden und nicht nur die sexuellen Prefärenzen nach aussen gekerht werden. Ich denke, Homosexualität ist weitaus mehr, als nur das hirnlose Rumgevögel, Fetisch, etc... Und wenn etwas organisiert wird, was am Ende aussieht Wie gewollt und nicht gekonnt, ja da kann man es auch ganz bleiben lassen und muss einem Emo nicht den Sonntag verderben.
Marcel